Interview mit ehemaligem Ideengeber Simon Egger „Der ideenkanal war für uns der Anstoss, die Idee umzusetzen“

Seit Kurzem sieht man die orangen Velos mit den kultigen Namen wie Hedwig, Gisela und Philomena wieder durch das Land flitzen. Mit neuer Technik ausgestattet sind die Räder an ihren Stationen positioniert und stehen der Bevölkerung gratis zur Verfügung. Das Team sammelt alte Fahrräder, repariert und verteilt sie in der Region Liechtenstein. Nachdem sie 2015 beim ideenkanal mitgemacht haben, bauten sie ihre Vision aus - so entstand FreeVeloPoint. Mittlerweile stehen ungefähr 60 Drahtesel bereit, um das Tal und die Berge zu erkunden. Hier erzählt Simon Egger von den Anfängen des Projektes und seiner Zeit beim ideenkanal.

 

(Fotos von Sandra Maier, www.gesichtet.li
Video von Tijl Bex, www.tijlbex.com)

"Das Mentoring hat uns sehr viel Know-How gebracht und sie haben uns geholfen, das Schliess-System zu entwickeln."

Simon Egger Ehemaliger Ideengeber & Mitinitiator von FreeVeloPoint
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Wer steckt hinter dem Projekt FreeVeloPoint?
Simon: Wir, die das Projekt gestartet haben und beim ideenkanal teilgenommen haben, kümmern uns vor allem um die Weiterentwicklung. Für die Reparaturen und Verteilung der Räder haben wir Kooperationspartner gefunden. Ohne sie könnten wir das nicht durchführen. Das Projekt hat eine soziale Dimension. Das HPZ und die Auxilia sind unsere Werkstatt, der Verein für Betreutes Wohnen verteilt die Räder und sammelt sie wieder ein, die Liechtensteinische Post unterstützt uns logistisch. Die Bevölkerung hat die Räder gespendet. Deshalb sind es auch ganz verschiedene Räder, die wir alle orange angemalt haben und einen Namen gegeben haben. Das war von Anfang an die Grundidee.

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Ihr habt 2015 mit FreeVeloPoint beim ideenkanal mitgemacht. Was waren eure Beweggründe?
Simon: Der ideenkanal war für uns der Anstoss, die Idee umzusetzen. Zuvor war es eine lose Idee und jemand von unserer Gruppe hat uns angemeldet für den ideenkanal. Als wir dabei waren, haben wir uns zusammengesetzt, die Idee formuliert und gemerkt, dass es eigentlich eine mega coole Idee ist! Wir haben angefangen grösser zu denken und so ist uns bewusstgeworden, wie gut die Idee ist. Der ideenkanal hat uns die Zündung für das Projekt gegeben! 

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Wie konntet ihr vom ideenkanal profitieren? 
Simon: Wir haben zwei Tage lang mit den Mentoren in unserem Team an unserem Projekt gearbeitet. Wir haben von der Öffentlichkeitsarbeit profitiert und danach schnell Investoren gefunden, die auf uns zugekommen sind. Das erste Jahr konnten wir so gut umsetzen, weil wir so viele Partner gehabt haben.

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Wie habt ihr Menschen motiviert, euch beim Crowdfunding zu unterstützen?
Simon: Wir haben das Projekt in unseren Kanälen geteilt und Freunden und Familie davon erzählt. Dies passierte vor allem in den sozialen Medien, sonst haben wir nicht so viel unternommen. Der ideenkanal selbst hatte schon ein Netzwerk, in das wir uns einklinken konnten. Der ideenkanal hat auch dafür gesorgt, dass wir in den Liechtensteiner Printmedien erwähnt werden. Wir mussten nicht über unsere eigenen Kontakte hinaus.

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Was gab es für Schwierigkeiten? Was würdest du anders machen? 
Simon: Es war ein langer Prozess und man merkt ständig, wo kleine Probleme sind. Diese Fehler sind hier, um sie zu beheben und dadurch entwickelt sich das Projekt. Wir haben keinen falschen Schritt gemacht, den ich anders machen würde. Es war viel Arbeit, doch wir waren sehr motiviert und hatten Spass daran. Es gab einige Sachen, die das Projekt gebremst haben, aber die wir nicht selbst in der Hand hatten. Zum Beispiel Nutzer, die die Räder nicht zurückgebracht haben oder Vandalismus.  

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Nach dem Ideencamp habt ihr im Sommer 2016 mit FreeVeloPoint losgelegt. Was ist der Stand der Dinge?
Simon: Wir haben gerade ein neues Schliesssystem mit einer App eingeführt. Ab sofort arbeiten wir mit dem Fahrradverleih Donkey Republik aus Dänemark zusammen. Die App funktioniert wie ein airbnb für Fahrräder! Es macht die ganze Arbeit für uns viel einfacher. Wie das Ganze funktioniert, kann man auf unserer Seite nachlesen. Momentan haben wir ungefähr 80 Räder, 60 davon sind in Betrieb. Es wird in nächster Zeit viel passieren, wenn wir dieses neue Schliess-System eingeführt haben. An jedem Ort, wo wir wollen, können wir neue Stationen eröffnen. Unsere Vision geht über die Grenzen hinaus: nach Österreich und in die Schweiz.

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Du bist immer wieder in neue Projekte in Liechtenstein involviert. Was bedeutet Liechtenstein für dich als Innovationsland? 
Simon: Auf der einen Seite ist es schön in Liechtenstein aktiv zu sein. Gleichzeitig ist es nicht mit einer Stadt zu vergleichen, wo viel mehr los ist und es ein anderes Angebot hat. Wir haben aber gemerkt, dass man vieles umsetzen kann in Liechtenstein und wir dafür unterstützt werden. Angefangen habe ich mit 19 bei einem Jugendaustauschprojekt. Das hat mir gezeigt, dass man so viele Dinge machen kann, die einem gefallen. Vor allem zusammen mit Freunden habe ich angefangen kleine Ideen, die wir hatten, umzusetzen.

Was ist dein aktuelles Projekt? 
Simon: Gerade planen wir eine Veranstaltungsreihe in öffentlichen Räumen – an Orten, die eine fixe Funktion haben. Darin möchten wir punktuelle Veranstaltungen machen, die nicht der Ursprungsnutzung des Ortes entsprechen. Wir fangen in mit einer Lesung in einer Tiefgarage unter dem Schaaner Bahnhof an! Die Reihe heisst Land in Sicht.

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Wie kommst du immer wieder auf neue Ideen? 
Simon: Diese Ideen kommen nicht von mir, wir sind immer eine Gruppe. Die Ideen kommen immer von verschiedenen Seiten – von einzelnen Leuten oder ein Anstoss von aussen, wenn uns beispielsweise jemand fragt, ob wir eine Ausstellung bei ihm machen möchten. Oft komme ich inspiriert vom Reisen zurück, wenn ich in einer Stadt oder so etwas gesehen habe.

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Was empfiehlst du Menschen, die ganz am Anfang stehen mit einer Idee?
Simon: Ich denke ganz wichtig ist es, andere Leute zu finden, die die Idee auch gut finden und dafür brennen. So kann viel Energie entstehen und mit dieser kann man arbeiten. Diese kann die Idee vorantreiben. Ich war nie alleine, wir haben uns immer ergänzt und gegenseitig motiviert mit Ideen. 

 

 

 

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