Interview mit Ideengeberin Nadine Gstöhl „Am besten einfach mal anfangen - du weisst nie, wie es kommt!“

Lokal, saisonal und bio: Das Gemüse der Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg hat es in sich! Beim letzten Durchgang des ideenkanals entwickelte das Team gemeinsam mit den Mentor*innen das Konzept der selbstverwalteten Gemüsekooperative weiter. Auf 0.6 Hektar Land in Schaan bauen sie saisonales Bio-Gemüse für mittlerweile über 100 Haushalte in der Region an. Hier erklärt Nadine Gstöhl, Mitglied der Betriebsgruppe, wie das Ganze funktioniert und gibt Tipps an Leute, die selbst eine tolle Idee umsetzen möchten.

 

"Die Mentoren haben uns auf verschiedene Stoplersteine hingewiesen und die Idee wurde nochmal kritisch hinterfragt."

Nadine Gstöhl Ideengeberin & Mitglied der Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg
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2015 ist die Idee für die Gartenkooperative ins Rollen gekommen. Wo steht das Projekt drei Jahre nach dem Startschuss?
Nadine: Wir sind 270 Genossenschafter*innen und liefern ungefähr 100 Gemüse-Taschen von Ruggell bis Wangs. Es gibt Single-Taschen, also mit weniger Gemüse für kleine Haushalte, Standard- und Familientaschen. Jeden Mittwoch liefern wir an die Depots, die auf der Schweizer- und Liechtensteinerseite positioniert sind. Die Genossenschafter*innen können sich entscheiden, ob sie mitarbeiten im Garten. Je nachdem, wie viel sie arbeiten, kostet die Tasche weniger. Die Standarttasche bekommst du, wenn du 10 halbe Tage arbeitest pro Monat. Beim Supporter-Abo bezahlst du mehr und arbeitest dafür nicht.

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Wie haben die Leute in der Region auf euer Angebot reagiert? 
Nadine: Das erste Jahr sind uns die Genossenschafter*innen nur so ins Haus gerannt. Wir hatten schnell eine genügende Anzahl an Menschen beisammen, um loszulegen. Im zweiten Jahr war es umgekehrt: Es waren zu wenig Leute und wir mussten Sponsoren suchen, um über die Runden zu kommen. Finanziell konnten wir es stemmen. Im dritten Jahr brauchten wir dann mehr Gartenfachkräfte. Wir haben gemerkt, dass wir mit nur einem Taschen-Modell nicht alle Leute ansprechen können und bieten deshalb jetzt mehrere Modelle an. Ausserdem haben wir Probe-Abos eröffnet. Momentan haben wir noch Plätze frei, aber wir sind genug, um es problemlos zu meistern. 

Was bedeutet die Gartenkooperative für dich?
Nadine: Gutes Gemüse, gesunde Ernährung, einen Beitrag zur Selbstversorgung, Zurück zur Natur, man könnte noch Vieles aufzählen… Die Gartenkooperative ist für mich eine rundum stimmige Idee und gemeinsam Gemüse anbauen macht Spass.

 

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Eine Genossenschaft von 270 Menschen. Wie trifft ihr Entscheidungen?
Nadine: Alle drei Wochen hält die Betriebsgruppe eine Sitzung. Wir sind sozusagen die Hauptträger, eine Gruppe aus sieben Leuten, und wir treffen die Entscheidungen. Da sich vieles schon eingependelt hat, treffen wir uns jetzt seltener als früher.

Wie habt ihr Stimmen beim Crowdfunding gesammelt?
Nadine: Wir haben Flyer verteilt, eine Homepage erstellt und allen Leuten, die wir in der Region kannten, davon erzählt. 

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Was für Unterstützung habt ihr beim ideenkanal von den Mentor*innen erhalten?
Nadine: Die Mentoren haben uns bei der Erarbeitung des Konzeptes stark unterstützt. Wir wurden auf verschiedene Stoplersteine hingewiesen und die Idee wurde nochmal kritisch hinterfragt. Das hat uns sehr geholfen um zu Beginn des Projektes schon einige Fehler auszumerzen und wichtige Aspekte zu intergrieren.

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Gibt es etwas, das du rückblickend anders machen würdest? 
Nadine: Etwas mehr Zeit wäre nicht schlecht gewesen! Wir hatten die Idee im Herbst und haben im darauffolgenden Frühling schon gestartet. Wir haben uns an der Ortocolo Gartenkooperative in Zürich orientiert. Bei ihnen funktionierte das Modell von Anfang an. Wir mussten erst lernen, dass es bei uns etwas anders funktioniert. Am Anfang, wenn man eine Idee hat, ist es wichtig, sich zu öffnen und viele Projekte anschauen zu gehen. Danach sollte man es an die jeweilige Region anpassen!

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Hast du noch mehr Tipps für Menschen, die eine Idee umsetzen möchten?
Nadine: Am besten ist einfach machen, einfach mal anfangen - du weisst nie, wie es kommt! 

 

 

 

 

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Langsam aber sicher nähern wir uns der kalten Jahreszeit zu. Wie war euer Sommer?  
Nadine: Wir hatten eine kleine Dürreperiode und haben viel Zeit mit Giessen verbracht! Ausserdem haben wir den Sitzplatz umgestaltet und einen kleinen Teich gebaut. Die Gemeinde Schaan hat uns viele Beerenbüsche gesponsert. Nun bewirtschaften wir die Beerenfelder und freuen uns auf die Ernte nächstes Jahr!

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