Interview mit Ideengeber und Mentor Robin Schädler „Es geht darum, die Idee hinauszubringen und mit Leuten darüber zu reden“

Robin Schädler nahm beim vorletzten Durchgang des ideenkanals teil und wurde dort motiviert und unterstützt, seine Idee umzusetzen. Mit wahlhilfe.li hat er eine unabhängige Online-Plattform für die Landtagswahlen in Liechtenstein ins Leben gerufen. Benutzer*innen der Plattform können dort die gleichen Fragen wie die Kandidierenden ausfüllen und so herausfinden, wer die persönlichen Interessen am besten vertritt. Was Ideengeber Robin in den letzten Jahren dabei alles gelernt hat, erzählt er in diesem Interview und Video.

"Im Endeffekt geht es darum, ob man selbst hinter der Idee stehen kann. Und wenn es nicht klappt, ist man um eine Erfahrung reicher."

Robin Schädler Ehemaliger Ideengeber & Gründer wahlhilfe.li
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Was empfiehlst du Leuten, die ganz am Anfang stehen mit einer Idee?
Am Anfang ist die Idee wie das eigene Baby - man möchte sie am liebsten behüten. Aber es geht viel eher darum, die Idee hinauszubringen und mit Leuten darüber zu reden. Zuerst würde ich auf Menschen zugehen, denen man vertraut. Danach muss man auch wirklich nach aussen treten mit der Idee! Diese Möglichkeit eröffnete mir der ideenkanal. Zum Glück machte ich mit, denn das Schlimmste für mich ist das Bedauern im Nachhinein, also Gedanken wie „hätte ich nur…was wäre passiert, wenn…“. Man darf an die eigene Idee glauben und sich einfach dahinterklemmen. Es gibt immer Leute, die dagegenreden. Im Endeffekt geht es darum, ob man selbst hinter der Idee stehen kann. Und wenn es nicht klappt, ist man um eine Erfahrung reicher.

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Wie war es für dich, wahlhilfe.li auf die Beine zu stellen?
Ich habe es als eine wertvolle und bereichernde Erfahrung empfunden. Für mich war das Ganze Neuland. Ich war zuvor noch in kein politisches Projekt involviert und hatte darum eine steile Lernkurve. In diesem Zusammenhang war ich sehr froh, dass ich auf die Unterstützung von Mentoren und von Projektpartnern zählen konnte. Dass alteingesessene Institutionen wie smartvote.ch und das Liechtenstein-Institut mit mir zusammenarbeiteten, war ein grosser Glücksfall. Sie sind kompetente, freundliche und dynamische Projektpartner, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei ihnen allen bedanken.

Wie konntest du vom ideenkanal profitieren? 
Für mich machte wahlhilfe.li intuitiv Sinn, und ich habe den ideenkanal genutzt, um zu testen, ob diese Idee auch beim breiteren Publikum ankommt. Nachdem ich beim ideenkanal gewonnen hatte, merkte ich, dass wahlhilfe.li Anklang findet. Zwar wusste ich schon, wie das Endprodukt ungefähr aussehen sollte, aber wie ich dorthin komme, war mir noch nicht klar. Zusammen mit den Mentoren habe ich die einzelnen Schritte zur Umsetzung erarbeitet. Das war sehr wertvoll, weil sie mich auf Sachen aufmerksam machten, die mir nicht so bewusst waren.

Robin Schädler3

Gab es mal einen Tiefpunkt, bei dem du dich für das Projekt wahlhilfe.li wieder neu motivieren musstest?
wahlhilfe.li lief erstaunlich reibungslos. Die Initiative stiess durchgängig auf breiten Zuspruch, auch unter den Kandidierenden. Daneben gab es einzelne kritische Stimmen, welche ich jeweils direkt adressierte. Um offene Fragen zu beantworten, bin ich beispielsweise bei den Parteien vorbeigegangen und habe mein Projekt vorgestellt. Daneben habe ich das persönliche Gespräch mit Kandidierenden gesucht.

Wie hast du beim Crowdfunding Stimmen gesammelt?
Mir war es wichtig, zuerst auf die Leute in meinem direkten Umfeld zuzugehen. Leute, die mich schon kennen und mir vertrauen, dass ich eine gute Idee umsetze. Als zweiten Schritt bin ich auf einen grösseren Bekanntenkreis zugegangen. Ich habe die Idee schliesslich nach aussen gebracht und beispielsweise auf Facebook gestellt, um auch Leute zu begeistern, die sonst nichts mit mir am Hut haben.

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Und dies hat funktioniert?
Ich konnte mehrere Tausend Franken sammeln. Dies war die erste wichtige Anschubfinanzierung. Mit diesem Betrag im Hinterkopf konnte ich zu weiteren Geldgebern gehen und ihnen zeigen, dass uns schon andere Personen unterstützen und an das Projekt glauben. Dies hat Glaubwürdigkeit geschaffen. 

Ehemalige Ideengeber_Kick-off

Wie hast du dich auf die Pitch-Night beim Ideencamp vorbereitet? 
Ich habe den Text zu Hause eingehend geübt, da ich wusste, dass ich an diesem Abend nervös sein werde. Deshalb war es für mich wichtig, dass der Text sitzt. So kann man  etwas mit dem Text spielen, zum Beispiel durch Betonungen oder Pausen. Nach der einminütigen Präsentation haben die Mentoren die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Gewisse Fragen kann man erahnen, andere Fragen ergeben sich spontan. Ich hatte dazu eine mehrseitige Liste mit Fragen und Antworten erstellt. Eine kurze und prägnante Antwort ist jeweils Gold wert. Man muss dazu sagen, dass die Mentoren faire Fragen stellen. Sie wollen einem nicht ins Bockshorn jagen, sondern sind wirklich am Projekt interessiert.

Gibt es etwas, dass du im Nachhinein anders machen würdest?
Ich hatte neben wahlhilfe.li einen Vollzeitjob – das war für mich persönlich stressig. So durfte ich mich neben der Arbeit morgens, abends und am Wochenende mit E-Mails beschäftigten. Dies würde ich nun anders machen. Ich würde während eines solchen Projekts beim nächsten Mal zu 70% arbeiten. Das ermöglicht mir die nötige Zeit für mich selbst.

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