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Ablauf des Ideenkanals am Beispiel geförderter Ideen - Schweizer Taschengrill und Verein Ackerschaft

Aktualisiert: Sept 2




Bewerbung, Voting, Pitch, Camp, Komplizen, Startkapital und Crowdfunding. Ja, ganz schön viel Neues, um zu Starten. Damit man sich den Ablauf des Ideenkanals als zukünftige:r Projektinitiator:in besser vorstellen kann, haben wir mit den geförderten Projektinitiator:innen Severin Guérig - www.taschengrill.ch - und Sandra Fausch - www.ackerschaft.li - gesprochen und gehen mit ihnen auf die einzelnen Ablaufpunkte ein.


Hoi Severin. Drehen wir die Uhr zurück. Ideenkanal 2017. Weisst du noch, wie du deine Idee in 300 Zeichen beschrieben hast?

Uhi! Nein, dass weiss ich so im Wortlaut nicht mehr. Da müsste ich auf der Website vom Ideenkanal nachschauen. Was mir aber bis heute geblieben ist: 300 Zeichen sind unglaublich wenig, um ein Vorhaben zu erläutern. Aber es war auch unglaublich wichtig, denn damit habe ich es endlich auf den Punkt gebracht. So war es für mich der Startschuss, meine Idee vom Schweizer Taschengrill umzusetzen. Kein langes "Blabla" mehr, loslegen und Schritt für Schritt den Weg gehen.


Schritt für Schritt. Du kennst den Ideenkanal als Initiator und als Komplize. Lass uns mal aus der Sicht des Initiators den Ideenkanal durchgehen. Stichwort Online-Voting. Wie hast du damals Stimmen gesammelt und was hat es dir im Nachhinein gebracht?

Ich habe damals viel mit meinen Freunden über die Idee gesprochen und mein Netzwerk auf Facebook mobilisiert. Ich glaube die Leute um mich herum waren alle schon genervt von mir. Nichts desto trotz war es für mich toll, dass ich so auch Feedback zu meinem Vorhaben bekommen habe. Das hat mir zum einen manch schlaflose Nacht beschert aber auch immer wieder aufs Neue motiviert. Im Nachhinein war es der Anfang für mich als Person, endlich über meinen Schatten zu springen und andere Menschen von meinem Produkt zu überzeugen.



Nach dem Voting kommt die Pitch-Night. Viele Menschen haben Respekt davor auf der Bühne zu stehen und andere von sich und ihrer Idee zu überzeugen. Wie war das bei dir?

Bei der Pitch-Night ist es so, dass man eine Minute Zeit hat, die Projektidee zu präsentieren. Diesen Pitch kann man mit Hilfe der Unterlagen des Ideenkanals und Training sehr gut vorbereiten. So, dass es dann auch auf der Bühne gut funktioniert. Ich habe geübt, geübt und nochmals geübt. Die dreiminütige Fragerunde im Anschluss gibt den Komplizen dann noch die Möglichkeit, Fragen vom Initiator persönlich beantwortet zu kriegen. Da haben mir im Nachhinein sicherlich auch die vielen Gespräche mit meinen Freunden geholfen.


Mit deinem Pitch konntest du die Kompliz:innen damals ja überzeugen. Darauf folgten die beiden Komplizencamps. Was erwartet die zukünftigen Initiator:innen dort?

Ja, ich weiss noch, wie mich der Entscheid der Komplizen bekräftigt und motiviert hat. Ein tolles Gefühl. Beim Ideencamp bzw. Komplizencamp trifft man auf ganz viele unterschiedliche Menschen, die bereits einen grossen Erfahrungsschatz rund um den Bereich Firmengründung, Produktentwicklung, Kommunikation usw. haben. Das half mir, um meine Idee weiter zu treiben. Mit diesem gebündelten Know-how habe ich natürlich davon profitiert ein paar Fehler weniger zu machen und mich auf das wesentliche zu fokussieren. Die Komplizenschaft ist aus meiner Sicht einer der grossen Vorteile, die der Ideenkanal mit sich bringt.


Du hast dich nach dem Camp auf das Crowdfunding vorbereitet. Was ist der Vorteil von Crowdfunding und wie ist es dir ergangen?

Man hat beim IDK21 ja die Wahl zwischen dem bedingungslosen Startkapital von CHF 2'000 oder einem Crowdfunding. Mit dem Crowdfunding konnte ich damals herausfinden, ob es für den Schweizer Taschengrill überhaupt einen Markt gibt. Wir haben unser Finanzierungsziel auf EUR 15'000 gesetzt. Nach dem Start der 45 tägigen Kampagne habe wir alle unsere Freunde informiert und mit Hilfe einer Medienmitteilung Medien angeschrieben. Unter anderem hat sich daraufhin eine grosse Schweizer Zeitung für meine Crowdfunding-Kampagne interessiert und darüber berichtet. So konnte ich schlussendlich über 350 Grills verkaufen und habe das Finanzierungsziel mit EUR 18'000 sogar übertroffen.

Wo stehst du den heute mit deiner Idee vom Schweizer Taschengrill?

Nach dem Ideenkanal haben wir die Firma Mehrweg GmbH in Liechtenstein gegründet. Dann konnte ich im Frühjahr 2018 die ersten Grills verkaufen. Das blieb dann auch nicht lange unbemerkt und so wurde ich unter anderem auch zu der Schweizer Version von die Höhle der Löwen eingeladen. Wohl auch auf Grund meiner Trainings beim Ideenkanal konnte ich dort einen Investor vom Schweizer Taschengrill überzeugen. Heute haben wir in unserem Online-Shop bereits über 20 Produkte rund um das Thema "Unterwegs Grillieren ohne Spuren zu hinterlassen".