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13 Jahre Ideenkanal: ein Rück- und Ausblick

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Eine ungereifte Idee, zwei Menschen, viel Tatendrang: Mit diesen Voraussetzungen begann der Gedanke des Ideenkanals im Jahr 2008 in den Köpfen von Stephan Schweiger und Christof Brockhoff zu wachsen. Dieses Jahr findet der Ideenkanal bereits zum 12.Mal statt! Bis zum 05. September sind wieder alle Kanäle offen für gute Ideen. Hier erzählen wir euch, wie der Ideenkanal angefangen hat, tischen euch ein paar Fakten auf und berichten, was wir Neues zu bieten haben.


Brutstätte des Ideenkanals


Eines Abends sassen Stephan und Christof in einem Zug von Sargans nach Zürich und beschlossen, dass sie nicht einfach weiter zuschauen konnten, wie die Welt zu Grunde geht. Sie merkten, dass sie selbst ihren Beitrag leisten konnten, um etwas in der Gesellschaft zu bewegen! Seit kurzem besassen sie einen Uni-Abschluss, doch sie waren nach wie vor etwas ahnungslos, wie sie ihren Tatendrang und eine sinnvolle Beschäftigung angemessen kombinieren konnten. Ohne lange zu zögern, gründeten sie den Club Benefactum – eine Art Selbsthilfegruppe für Menschen auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung. Es dauerte nicht lange, und sie setzten die ersten gemeinsamen Projekte mit vielen Interessierten um.



Statt Erfahrung zählen hier Beweggründe und Herzblut


Stephan und Christof bewiesen sich als gutes Duo, um Menschen für ihre Vorhaben zu begeistern. Doch was fehlte: Unterstützter:innen für eine nicht ausgereifte Idee! Sie erkannten, wie viel ungenutztes Potenzial verpufft, wenn Menschen mit guten Ideen scheiterten diese umzusetzen, weil es ihnen an Mut, Startkapital oder Wissen fehlte. Es gab zwar Formate für Start-Ups und Unterstützung für Leute, die einen ausgefeilten Businessplan vorweisen konnten. Doch was ist mit den kreativen Köpfen, die keine Lust auf lange Konzepte haben? Deshalb gründeten die Zwei den Ideenkanal! Ein Ideenförderprozess, bei dem statt Erfahrung vor allem die persönlichen Beweggründe und das Herzblut der Teilnehmer:innen als Entscheidungsgrundlage zählen. Das Besondere/Neue am Ansatz des Ideenkanals im Vergleich zu herkömmlichen Förderangeboten waren/sind dabei:

  • der Fokus auf neue, noch vage Projektvorhaben;

  • der Fokus auf Projekte mit gesellschaftlichem Mehrwert;

  • extrem niederschwellige Teilnahmebedingungen: zur Teilnahme genügen eine Ideenbeschreibung von max. 300 Zeichen;

  • die Vorauswahl der Ideen durch die Öffentlichkeit (anstatt einer Jury) mittels eines Online-Votings;

  • die fachliche Begleitung der Projekte durch ehrenamtlich tätige Kompliz:innen;

  • die Co-Finanzierung der Projekte durch die Öffentlichkeit.


«Der Ideenkanal zeigt vor, wie Unternehmertum von Bürger:innen gestartet und finanziert werden kann.» - Daniel Risch, Regierungschef Liechtenstein

Seit der Gründung über 600 Projekte eingereicht


Satte dreizehn Jahre sind seit diesem Gedankenblitz im Zug ins Land gezogen. Und aus dem Jux wurde eine Plattform, die schon viele Menschen dazu bewegt hat, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Kann man Träume in Zahlen messen? Nicht wirklich, doch ein paar handfeste Facts haben noch nie geschadet. Jetzt tischen wir mal reine Zahlen auf:

  • der Ideenkanal wurde seit der Gründung 11 Mal ausgeführt: davon vier Durchgänge in Liechtenstein und sieben in Österreich (Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich);

  • im Ganzen wurden mehr als 600 Projekte eingereicht, welche von über 60`000 Bürger:innen bewertet wurden;

  • insgesamt 70 Projekte wurden langfristig gefördert und erhielten die tatkräftige Unterstützung von den über 350 Kompliz:innen;

  • Total haben wir CHF 80'000 an Preisgeldern ausbezahlt und konnten über 6’000 Bürger:innen dazu motivieren, insgesamt mehr als CHF 300`000 in die Projekte zu investieren (Crowdfunding);

  • Insgesamt sind über die Jahre mehr als 60 neue Arbeitsplätze entstanden.

«Während des Komplizencamps wurde uns klar, dass unsere Idee Potenzial hat und dass das andere auch so sehen. Wir konnten ein Netzwerk an Kompliz:innen und zukünftigen Investor:innen aufbauen und hatten mächtig viel Spass!» - Carlo Weber, Iniziator Alpenpionier.ch & Komplize


Bunter Strauss an geförderten Projekten


Die geförderten Projekte sind so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Prominente Beispiele aus dem Ideenkanal-Portfolio sind beispielsweise:

Allesamt Ideen, die einmal ganz am Anfang standen und heute nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sind. Diverse weiterführende Auszeichnungen unserer geförderten Projekte untermauern den Erfolg unseres Förderprozesses - beispielsweise der Zukunftspreis der Liechtensteinischen Landesbank, der Donum Vogt Preis, der Nachhaltigkeitspreis der Internationalen Bodenseekonferenz oder die mehrfache erfolgreiche Teilnahmen an der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“.

«Die gute Idee allein reicht leider nicht. Es braucht Mittel und Wege, sie zu verwirklichen, vom Ideellen zum Finanziellen und dann vor allem auch das Netzwerk, um die Idee zu verbreiten. Und das bietet das Komplizencamp.» - Claudia Fritsche, ehem. UN–Botschafterin & Komplizin


IDK21 - erstmals international und thematisch fokussiert


Um unsere Funktion als Zulieferin für neue, förderwürdige Projekte weiter auszubauen, führen wir künftig jährlich einen internationalen Ideenkanal durch, an dem sich erstmals eine Reihe von innovationsfreudigen Fördereinrichtungen aus dem Rheintal als sogenannte Themenpat:innen beteiligen. Die Themenpat:innen des IDK21 sind:

Mit der Ideenkanal-Themenpatenschaft wollen wir ein starkes Zeichen in der hiesigen Förderlandschaft setzen: weg vom Silodenken und Giesskannenprinzip, hin zu Organisations- und themenübergreifender Standortentwicklung. Wir sehen dies als zentraler Bestandteil einer gezielten Stärkung des Liechtensteinischen Stiftungsplatzes auf dem Weg zu einem modernen Philanthropie-Standort.


Wer nächstes Jahr ebenfalls als Themenpat:in mit an Bord sein will, kann sich bereits jetzt als Themenpat:in für den IDK22 bewerben.



Die wesentlichen Neuerungen des IDK21


Der 12 Ideenkanal startet am 08. Juni 2021 mit wesentlichen Neuerungen. Diese sind:

  • Projekte müssen passend zu den Themen- und Wirkungsgebieten eingereicht werden;

  • Teilnehmer:innen müssen ein einmütiges Pitch-Video einreichen;

  • das Pitch-Training wird als Webinar durchgeführt;

  • die Onlineabstimmung wird mittels SMS-Codes anstelle von E-Mail-Verifizierung durchgeführt;

  • die qualifizierten Projektinitiator:innen müssen ein Depot von CHF 250 deponieren. Dieses erhalten sie nach dem Ausscheiden bei der Q&A-Night bzw. nach der Teilnahme an den beiden Komplizencamps zurück;

  • anstelle der früheren Pitch-Night (die Pitches werden ja bereits bei der Bewerbung eingereicht) findet dieses Jahr erstmals eine Q&A Night in der Form eines Hybrid-Events statt;

  • die Komplizencamps finden auf zwei Wochenenden verteilt und online statt;

  • es gibt jeweils CHF 2`000 an Startkapital für die überzeugendsten drei Projekte aller Themenbereiche;

  • das Crowdfunding ist optional;

  • die Ideenkanal Stiftung bietet ganzjährig thematische Webinare sowie Online- und Offline-Meetups an;

  • mtliche geförderten Projekte sind dazu eingeladen, sich an der Projektplattform der Vereinigung Liechtensteinischer Gemeinnütziger Stiftungen und Trusts zu präsentieren.


Weitere Details zum diesjährigen Durchgang findest du im Menüpunkt Ablauf. Unter Kalender kannst du dich für die kommenden Webinare anmelden.


Alles klar? Dann bewirb dich jetzt als Initiator:in oder Kompliz:in.


Packen wir es an! Die Zukunft gehört den Mutigen!


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