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Interview mit Julia Dohr: Entrepreneurship ist mehr als Wirtschaft

Aktualisiert: 3. Sept.

Interview von Thomas Heskia (create encounter) mit Julia Dohr, Lehrerin an der formatio Privatschule, veröffentlicht im Wirkungsbericht 2024.


Ideencamp #34 - Christof Brockhoff und Stephan Schweiger präsentierten den Wirkungsbericht 2024 der Ideenkanal Stiftung. Foto: Moris Frommelt
Julia Dohr / Ideencamp #33 / Foto: Ideenkanal

Thomas: Wie bist du an den Ideenkanal geraten? Wie hat das bei dir begonnen und wie bist du jetzt beim Ideenkanal eingebunden?


Julia: Ich glaube, vielleicht vor vier oder fünf Jahren hatte ich den Ideenkanal so ein bisschen am Schirm durch Social Media, Weiterbildungsliste, Leute, die ich kannte. Irgendwann bin ich dann mal an einem Donnerstagabend mit jemandem ans Ideencamp mitgegangen. Ich war einfach nur Gast und begeistert von dem Gefühl, da dabei zu sein. Dann war ich auf der Suche nach einem Experten für meine Schülerinnen an der Privatschule, speziell im Bereich Entrepreneurship. Da haben wir ein Modul, wo es ums Tun und Ausprobieren geht. Da kam mir Stephan sehr gelegen. Wir waren dann viel im Austausch, weil er regelmässig zu uns kam. Ein Element des Kurses war, dass die Klasse an einem Ideencamp teilnimmt. Ich hatte ja selbst so eine gute Erfahrung damit gemacht.


T: Was war deine gute Erfahrung, die du gemacht hast?


J: Dass es so gut tut, in der Gesellschaft, in der wir leben, dafür Raum zu haben, dass man bottom-up gemeinsam jemandem helfen kann, der eine Idee hat. Dass man unkompliziert durch gemeinschaftliches Tun unterstützen kann und dadurch selbst auch wächst. Das hat mir sehr gefallen.


T: Was ist für dich der Unterschied zwischen Wirtschaftskunde und Entrepreneurship? Und was können die Schüler:innen da lernen?


J: Wirtschaftskunde ist ein Teil von Entrepreneurship, aber Unternehmertum ist viel mehr. Es geht um Begeisterung, um den Enthusiasmus für die Umsetzung einer Idee – das kommt vom Herzen. Was mir so gefällt: Wenn jemand nur einen kleinen Funken hat, dann stehen da viele Menschen rundherum und halten trockene Blätter und Tannenzweige hin, damit das Feuer wachsen kann. Das brauchen Jugendliche genauso wie Erwachsene.


T: Was war die wichtigste Lektion für dich?


J: Dass wir nicht allein sind. Dass wir nicht allein die Verantwortung für eine Idee tragen müssen. Dass es Orte gibt, wo Gemeinschaft entsteht und der Ideenkanal ist so ein Ort, an dem etwas blühen kann.


T: Was bedeutet Empathie für dich und wie zeigt sie sich dort?


J: Ganz viel. Jede Idee bekommt denselben Raum, dieselbe Wertschätzung. Empathie lernt man durch Beobachten. Und das Ideencamp ist ein Setting, in dem Menschen eingeladen sind, wertschätzend zu sein. Das fördert Empathie. Ich glaube, das ist in uns allen angelegt – nur kommt es oft nicht zur Geltung.


T: Wenn du es zusammenfassen müsstest: Was bekommst du vom Ideenkanal?


J: Hoffnung. Auf eine gute Zukunft. Auf ein gutes Miteinander. Auf Veränderung durch Engagement. Und das Gefühl, Einfluss nehmen zu können. Teil zu sein von etwas Grösserem, das zum Guten wirkt.


T: Hast du selbst schon eine Idee, die du dort einbringen würdest?


J: Noch nicht – weil ich meine Ideen oft sofort in meinem beruflichen Umfeld umsetze. Aber wenn ich mal eine grössere Idee habe, dann wäre der Ideenkanal ganz sicher meine erste Anlaufstelle. Allein die Vorstellung nimmt mir schon jetzt die Angst davor.


T: Ich danke Dir für das Gespräch.


Wenn du selbst aktiv werden möchtest, findest du hier weitere Informationen: als Täter:in, als Kompliz:in, über das Alternatives Leadership Programm oder zur Anmeldung für ein Ideencamp.



ree

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