Von Bergdorf-Entwicklung bis Filmfestspiele: Das war das Ideencamp #38
- 29. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Juli
Wie entwickelt sich ein Bergdorf weiter? Wie finanziert man einen Dokumentarfilm über Leistungsdruck? Wie bringt man Start-ups und Investoren zusammen? Und was braucht es, damit aus einer Idee ein konkretes Projekt wird? Das Ideencamp #38 hat einmal mehr gezeigt: Gute Ideen brauchen vor allem Menschen, die mitdenken.

Am 25. Juni 2026 wurde das Vadozner Huus erneut zum Treffpunkt für kreative Köpfe, mutige Ideen und inspirierende Begegnungen. Trotz sommerlicher Temperaturen von über 30 Grad fanden mehr als 50 Personen aus Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland den Weg nach Vaduz. Sogar aus Fulda (Hessen) reisten Gäste an, um gemeinsam Ideen weiterzudenken.
Die Stimmung war von Beginn an offen, neugierig und voller Energie. Schnell wurde klar: Auch das 38. Ideencamp lebt nicht von perfekten Konzepten, sondern von Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen und gemeinsam neue Wege zu entdecken.
Der Ideen-Talk - Frauenpower zeigt wie es geht
Den Auftakt machte erneut der Ideen-Talk, der von Judith Lutz moderiert wurde. Sandra Fausch (Verein Ackerschaft), Lara Kalashnikova (Servevo) und Shideh Heravi (Healthblokk) erzählten, wie sich ihre Ideen seit dem Ideencamp weiterentwickelt haben, welche Herausforderungen ihnen begegnet sind und weshalb gerade der Austausch mit anderen Menschen entscheidend war.
Der Ideen-Talk zeigte einmal mehr: Der Pitch ist nicht das Ziel, sondern oft erst der Anfang einer spannenden Reise. (Video zum Ideen-Talk folgt in Kürze)

FuckUp-Talk mit Virginie Meusburger-Cavassino
Im anschliessenden FuckUp-Talk sprach Virginie Meusburger-Cavassino, Co-Geschäftsführerin des aha – Tipps & Infos für junge Leute, über ihre Arbeit mit Jugendlichen und über persönliche Erfahrungen, die sie geprägt haben.
Besonders spannend war ihr Blick auf die heutige Generation. Pauschale Aussagen über «die Jugend» stellte sie bewusst infrage. Junge Menschen seien vielfältig und stellten heute andere Fragen als früher. Sie suchen nach Sinn, wollen sich beteiligen und legen grossen Wert auf Vereinbarkeit von Beruf, Ausbildung und Privatleben. Gleichzeitig beobachte sie, dass die Erwartungen an Praktika und den Berufseinstieg deutlich gestiegen seien.
Ein Talk, der zum Nachdenken anregte und zeigte, dass Zuhören oft wichtiger ist als vorschnelle Antworten. (Video zum FuckUp-Talk folgt in Kürze)
Wirkungsbericht 2025: Die Frage nach dem Sinn
Nach dem FuckUp-Talk gaben Christof Brockhoff (Ideenkanal Stiftung) und Thomas Heskia (createencounter GmbH) einen Einblick in den neuen Wirkungsbericht 2025 der Ideenkanal Stiftung.
Neben einem Rückblick auf ein ereignisreiches Ideenjahr widmet sich der Bericht einer Frage, die wohl jede und jeden irgendwann beschäftigt: Was gibt unserem Leben Sinn?
Mit genau dieser Frage eröffnete Christof seine kurze Präsentation und fragte das Publikum:
"Wer von euch hat den Sinn des Lebens bereits gefunden?"
Für einen kurzen Moment wurde es still im Vadozner Huus. Umso grösser war das Erstaunen, als tatsächlich einige Hände nach oben gingen.
Ein schöner Moment, der perfekt zum Abend passte. Denn der Ideenkanal beschäftigt sich nicht nur mit Ideen und Projekten, sondern immer auch mit den Menschen dahinter. Der Wirkungsbericht 2025 zeigt eindrücklich, welche Wirkung in den vergangenen 16 Jahren entstanden ist und lädt gleichzeitig dazu ein, über die eigene Wirkung und den persönlichen Sinn nachzudenken.

Vier Ideen, die Pitch-Runde
Anschliessend gehörte die Bühne vier neuen Ideen-Teams:
Hütti One von Anna-Katharina Gross (Baad, Kleinwalsertal)
Eine Vision für Bergdörfer der Zukunft, die Tourismus, regionale Wertschöpfung und Begegnung miteinander verbindet.
Crowdfunding für den Dokumentarfilm «wohl?habend» vom Verein Impact (Vaduz)
Ein Dokumentarfilm über Leistungs- und Bildungsdruck bei Jugendlichen, der unter anderem mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne realisiert werden soll.
Begegnungen – Internationale Filmfestspiele Bodensee von Nathalie Arnegger (Ravensburg)
Ein neues Filmfestival für die Alpenrhein-Region, das Menschen, Kulturen und Geschichten über Ländergrenzen hinweg verbindet.
Firstpons von Ahmed Faruk Kilic (Eschen) und Arjan Kolaj (Höchst)
Eine Plattform, welche Start-ups mit Investor:innen aus Liechtenstein, der Ostschweiz und Vorarlberg zusammenbringt.
Mentoring-Sessions: Ideen werden konkret
Nach den Pitches wurde es lebendig. In den anschliessenden Mentoring-Sessions wurde während 1,5 Stunden intensiv diskutiert, hinterfragt und weiterentwickelt. Die unterschiedlichen Perspektiven der Kompliz:innen halfen den Teams dabei, ihre Ideen zu schärfen, blinde Flecken zu erkennen und konkrete nächste Schritte zu definieren.
Ahmed Faruk Kilic von Firstpons fasst den Abend treffend zusammen:
„In drei Runden konnten wir anhand der Expertise von Komplizinnen und Komplizen unsere Lücken entdecken und sie nun als Ansatz für unser Vorgehen nutzen. Andere Perspektiven einzuholen ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Projekten, denn sie helfen uns, neue Wege zu erkennen und bestehende Annahmen zu hinterfragen. Ein Schritt zurück kann manchmal danach zwei Schritte vorwärts bringen. Ich möchte mich herzlich beim Ideenkanal bedanken, dass wir diese einzigartige Plattform nutzen konnten.“
Dass der Ideenkanal weit mehr ist als eine Plattform für Ideen, brachte Komplize Leone Ming besonders schön auf den Punkt:
„Was mich am Ideenkanal besonders fasziniert, ist der scheinbare Widerspruch: Eigentlich stehen gar nicht die Ideen im Mittelpunkt, sondern die Menschen. Denn Ideen entstehen nicht einfach. Sie wachsen dort, wo Menschen den Mut haben, Fragen zu stellen, Neues auszuprobieren, Feedback anzunehmen und sich weiterzuentwickeln.“
Abschluss und Förderung
Nach den Mentoring-Sessions kamen alle nochmals zusammen. Die Ideen wurden ein letztes Mal präsentiert. Geschärft, konkreter und mit vielen neuen Impulsen.
Das Publikum entschied sich für den Dokumentarfilm «wohl?habend», der mit der Startförderung von CHF 1'000 ausgezeichnet wurde. Zudem darf das Team sich und ihr Projekt im Rahmen des "Ideenkanal Persönlich-Talk" in Kooperation mit dem Podcasthus.li präsentieren.
(Podcast folgt im September 2026)
Community, Musik und Austausch
Auch nach dem offiziellen Programm blieb das Vadozner Huus gut gefüllt. Bei regionalen Getränken, der Verpflegung von Ana Escudeiro und der Live-Musik von Kurt Ackermann wurden Ideen weiterdiskutiert, Kontakte geknüpft und neue Kooperationen angestossen.
Fazit
Das Ideencamp #38 hat einmal mehr gezeigt, dass gute Ideen nicht im stillen Kämmerlein entstehen. Sie wachsen dort, wo Menschen bereit sind, Fragen zu stellen, Feedback zu geben und gemeinsam weiterzudenken.
Vier Projekte sind nun einen wichtigen Schritt weiter. Noch wichtiger aber ist die Community, die hinter ihnen steht und ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Zeit teilt.
Ein herzliches Dankeschön an alle Täter, Kompliz, Partner und Gäste, die diesen Abend erneut zu etwas Besonderem gemacht haben.
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Ideencamp. Die Videos im Rahmen des Ideencamp #38 wurden freundlich unterstützt von Hartmann Beck Rechtsanwälte AG.
Ausblick
Die nächste Gelegenheit, bei einem Ideencamp in Vaduz persönlich mit dabei zu sein gibt es hier. Du möchtest deine Idee weiterentwickeln oder mehr zu unseren Angeboten erfahren? Dann buche dir jetzt dein kostenfreies 1:1-Online-Gespräch mit dem Ideenkanal-Team.
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